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Eine radikale Sicht auf die nicht vorhandene, aber viel beschworene Idylle eines österreichischen Landlebens Eine performative Sprechoper auf dem Heimatmisthaufen nach dem Roman von Helena Adler Die Infantin, jüngste Tochter einer bäuerlichkatholischen Familie, geboren zwischen Stall und Sakristei, rennt gegen das System an, das sie geformt hat: Die frömmelnde Mutter, den trinkenden Vater, die schweigende Gemeinschaft. „Die Infantin trägt den Scheitel links“ ist eine autofiktionale Heimatbeschreibung, eine Abrechnung und zugleich eine Überlebensstrategie. Im Zentrum steht die Sprache. Ein mehrstimmiges, körperlich-musikalisches Gemälde, das die österreichische Sprachkraft scharf, grotesk und zärtlich in Szene setzt. Sprache als Körper, als Widerstand, als Soundtrack einer Revolte. Das Stück befragt den Begriff Heimat, der heute wieder ideologisch aufgeladen wird, und fordert seine Rückeroberung als offenen, solidarischen Raum. Ein Abend zwischen Wut und Witz, Mythos und Musik, Mis...
Quelle: feratel-deskline