
Von 1726 bis 1741 veröffentlichte Johann Sebastian Bach unter dem Titel Clavierübung (was für ein Understatement!) ein umfassendes Kompendium exemplarischer Werke für barocke Tasteninstrumente; der 1735 publizierte zweite Teil, der das zweimanualige Cembalo ins Rampenlicht rückt, besteht aus zwei Kompositionen, die beispielhaft für den italienischen und den französischen Stil stehen: Während das prächtige Concerto nach italiaenischen Gusto in F-Dur, besser bekannt als das Italienische Konzert den meisten Bach-Liebhaber*innen ein Begriff ist, stellt die Ouverture nach Französischer Art in h-Moll, eine großangelegte französisch inspirierte Suite eine echte Rarität dar. In seinem Cembalo-Rezital präsentiert unser künstlerischer Leiter Peter Waldner diese beiden gewichtigen Tastenwerke, die allein schon tonartlich in ganz verschiedene Welten führen: Bach hat sicher nicht zufällig Tonarten gewählt, die im Abstand eines Tritonus zueinander stehen. Was die beiden Kompositionen verbindet, ist die Ausnutzung der Möglichkeiten, die ein zweimanualiges Cembalo bietet, beispielsweise in Echo-Wirkungen, die in der Suite häufig vorkommen. Peter Waldner ergänzt sein Bach-Programm mit einer weiteren Suite in französischer Manier und dem Capriccio über die Abreise des sehr geschätzten Bruders, einem hochoriginellen italienisch inspirierten Frühwerk.
Hall Barocker Stadtsaal
Schulgasse 1
Quelle: Eventim
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