
Für den Komponisten selbst war sie ein Mysterium, für Richard Strauss die «Krönung des sinfonischen Schaffens», in der späteren Rezeption wurde sie als «die Apokalyptische» bezeichnet. Wie auch immer man Anton Bruckners 8. Sinfonie benennen mag, ihr monumentaler Charakter, die spannungsvolle innere Dramaturgie sowie ihre spirituelle und dramatische Wucht verleihen dem Werk eine gewaltige Wirkung. Nachdem Dirigent Hermann Levi die Erstfassung von 1887 skeptisch beurteilt hatte, überarbeitete Bruckner die Sinfonie grundlegend und schuf eine noch schlüssigere Dramaturgie, in der der Finalsatz mit seiner monumentalen Doppelfuge als gesteigerte, organische Apotheose des Gesamtwerks erscheint. Während der erste Satz in der Originalfassung noch mit einem großen, krönenden Höhepunkt im Fortissimo endete, strich Bruckner diesen machtvollen Schluss für die zweite Fassung und ersetzte ihn durch das leise Verklingen der sogenannten «Totenuhr». Dieses gleichmäßige, unaufhaltsame Pulsieren wirkt ...
Quelle: feratel-deskline
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