
Verführer, Grenzgänger, Freigeist: Der Mythos des Don Juan gehört zu den wirkungsmächtigsten Erzählungen der europäischen Kulturgeschichte. In Mozarts Don Giovanni findet die Figur ihre vielleicht radikalste musikalische Gestalt. Seit der Uraufführung 1787 in Prag fasziniert die Oper als vielschichtiges Porträt eines Mannes, der jede moralische, soziale und emotionale Grenze überschreitet. Nicht umsonst nannte E. T. A. Hoffmann das Werk «die Oper aller Opern». Don Giovanni lebt exzessiv den Augenblick. Getrieben von Lust, Machtwillen und Todesverachtung jagt er rastlos neuen Eroberungen nach – selbst vor Gewalt und Mord schreckt er nicht zurück. Sein Freiheitsanspruch ist radikal, rücksichtslos und zerstörerisch. Mozart und sein Librettist Lorenzo Da Ponte zeichnen dieses Porträt mit einer einzigartigen Balance aus komödiantischem Verwirrspiel und abgründiger Tragödie. In einer der größten Partituren der Operngeschichte komponierte Mozart eine Musik, die zur treibenden dramatisch...
Quelle: feratel-deskline
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