„Die 6. kulturphilosophische Denkwerkstatt" des Nikolaus-Harnoncourt-Zentrums | Koordination Claudia Stobrawa
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„Die 6. kulturphilosophische Denkwerkstatt" des Nikolaus-Harnoncourt-Zentrums | Koordination Claudia Stobrawa findet am Samstag, 09. Mai 2026 um 09:00 Uhr in Sankt Georgen an der Gusen in Dr. Greilstraße 43, 4880 statt. Die Veranstaltung zählt zur Kategorie Sonstiges.
Landesmusikschule St. Georgen im Attergau, Dr.-Greil-Str. 43, 4880 St. Georgen im Attergau Aus- gebildet, aber unfähig zum Ganzen! Nikolaus Harnoncourt und die kreative Urkraft des un-disziplinierten, entfesselten Denkens Podiumsdiskussion mit Prof. Ernst Smole, Prof. Dr. Edda Polz und Georg Kapsch Moderation: Tanja Obmann-Lichtblau Die Probleme, die sich der Menschheit in den ersten beiden Jahrzehnten des neuen Jahrhunderts präsentieren, erfordern – anders als das 20. Jahrhundert – vernetztes, globales Denken und lokales Handeln. Die strenge Trennung von MINT- und Nicht-MINT-Disziplinen mit den einhergehenden Denkmustern stößt angesichts der geopolitischen Herausforderungen unweigerlich an ihre Grenzen. Dieses „Abgrenzen“ beobachten wir in unserem Alltag, aber auch in der politischen Diskussion, mit der Folge, dass oft nichts weitergeht – beispielsweise bei der Bildungs- oder der Gesundheitsreform oder in Fragen der Klima- und der Globalpolitik. Nikolaus Harnoncourt hat sich von Kind auf nie in ein Raster sperren lassen. Als ewig Suchender stellte er alles und sich selbst permanent infrage. War er Musikwissenschaftler? Nein. Er war Forscher und Neudenker und hat seine Ergebnisse immer praktisch angewendet. War er diplomierter Pädagoge? Nein. Seine Vorlesungen im Fach Aufführungspraxis am Mozarteum Salzburg ab 1973 wurden von den Studierenden gestürmt und von den Professorinnen mit Skepsis betrachtet. Seine Erkenntnisse spornten zu Diskussionen an. Er suchte Widerspruch, um daran wachsen zu können. War er Autor? Nein, aber seine Bücher werden in der ganzen Welt gelesen. War er studierter Dirigent? Nein. Er dirigierte mit Überzeugungskraft. Nikolaus Harnoncourt war ein Beispiel dafür, wie Außerordentliches entstehen kann, wenn man abseits von Konventionen denkt und handelt – und das gegen die Widerstände und der jeweiligen Spezialistinnen. Es gibt Nobelpreisträgerinnen, die für Leistungen abseits jener Disziplin ausgezeichnet werden, die ihre eigentliche Profession ist, oder jene Studie aus den USA, die nachweist, dass die meisten Nobelpreisträgerinnen – verglichen mit Wissenschaftler*innen ohne Nobelpreis – sich in ihrer Freizeit auf hohem Niveau künstlerisch und handwerklich betätigen, ohne in diesen Bereichen formal „Profis“ zu sein. Im Rahmenprogramm der Internationalen Harnoncourt Tage. Der Zugang ist barrierefrei.