Die Konzentration von Vermögen in den Händen weniger hat in den vergangenen Jahren weltweit ein historisches Ausmaß erreicht. Parallel dazu wächst die Sorge, dass wirtschaftliche Macht zunehmend mit politischer Einflussnahme einhergeht, sei es durch Lobbying, Parteispenden, Medienbesitz, Think-Tank-Finanzierung oder philanthropische Initiativen, die politische Agenden prägen. Dieses Ungleichgewicht lässt viele glauben, Politik diene nur den Mächtigen - und schwächt das Vertrauen in die Demokratie und ihre Institutionen. Im Rahmen der Tagung diskutieren wir den politischen Einfluss und die Widerstandsfähigkeit der Demokratie gegenüber der Macht extrem großer Vermögen. Wo entstehen Risiken für politische Gleichheit, Transparenz und gesellschaftlichen Zusammenhalt und welche Ansätze gibt es, diesen Entwicklungen entgegenzutreten? VHS Linz in Kooperation mit mehr demokratie! Teilnahme kostenlos, Anmeldung erbeten Keynotes: Stephan Pühringer, JKU Linz Miguel de la Riva, Uni Wien Stephan Pühringer Warum wir uns Überreichtum nicht mehr leisten können Vermögen ist in Österreich sehr ungleich verteilt. Wenige Menschen besitzen sehr viel: Geld und Kapital, Grundstücke, Häuser und Villen, Autos. In den letzten Jahren ist diese Ungleichheit immer höher geworden mit vielen Auswirkungen für alle Menschen. Überreiche Personen haben nicht nur wesentlich mehr wirtschaftlichen, sondern auch politischen und rechtlichen Einfluss. Durch ihren Lebensstil sind sie nicht zuletzt auch für wesentlich mehr Umweltbelastungen verantwortlich. Wir haben auch in Österreich ein System geschaffen, dass nicht nur diese Ungleichheit hervorgebracht hat, sondern auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen hat, die diese Ungleichheit absichern und verstärken. In seinem Vortrag wird Stephan Pühringer einige Einblicke in Netzwerke des Überreichtums und die Parallelwelt der Überreichen geben. Stephan Pühringer ist Sozioökonom und Leiter des Socio-Ecological Transformation Labs an der JKU Linz. Er beschäftigt sich in seiner Forschung u.a. mit Ungleichheit im Kapitalismus, Neoliberalismus und Sozialökologischer Transformation. Miguel de la Riva Gut für die Demokratie, gut für die Wirtschaft: Rechtfertigungen von vermögensbezogenen Steuern Meist wird für die Einführung oder Erhöhung vermögensbezogener Steuern mit Werten wie Gleichheit, Solidarität oder Verteilungsgerechtigkeit argumentiert, und das gewiss nicht zu Unrecht. Solche Argumente scheinen in konservativen und wirtschaftsliberalen Parteien aber nicht zu verfangen, ohne die es jedoch absehbar keine Regierungsmehrheiten ohne Autoritäre und Rechtsextreme geben wird. Darum soll dieser Vortrag zu zeigen versuchen, warum gerade auch jene vermögensbezogene Steuern befürworten sollten, die Werte wie unternehmerische Initiative, Innovation und Wachstum hochhalten. Denn eine immer extremere und immer stärker leistungslos vererbte Vermögenskonzentration gefährdet nicht nur die Demokratie, sondern auch fairen wirtschaftlichen Wettbewerb. Miguel de la Riva ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter und Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Wien. Als freier Journalist veröffentlicht er in Medien wie dem "Standard", den "Blättern für deutsche und internationale Politik" oder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Aktuell forscht er als Visiting PhD Student an der venezianischen Università Ca' Foscari. Referent*in: Stephan Pühringer
Quelle: boudicca:linz termine
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