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Im September 1931 versuchten die schwer bewaffneten rechten Paramilitärs des Heimatschutzverbandes, die parlamentarische Demokratie der Ersten Republik Österreich mit einem "Marsch auf Wien" zu beseitigen. "Der Heimatschutz erklärt im Sinne seiner Grundsätze die Macht im Staate" hieß es auf affichierten Plakaten, um die - so die Putschisten - "zersetzende Tätigkeit des Parteiwesens" durch eine "auf ständischer Grundlage aufgebaute Volksgemeinschaft" zu ersetzen. Als "Pfrimer-Putsch" auf die Person des proklamierten "Staatsführers" Walter Pfrimer reduziert bzw. verharmlosend als "Operettenputsch" etikettiert, wurde dieser Putschversuch, der in der Nacht von 12. auf den 13. September 1931 in Oberösterreich und der Steiermark begonnen hatte und zwei sozialdemokratischen Arbeitern im Arbeiterheim Kapfenberg das Leben kostete, zu einer weithin vergessenen Fußnote in den Geschichtsbüchern. Die Vortragende, Autorin des Buches "Zollunion, Bankenkrise, Putschversuch. 1931 oder die Erste Republik zwischen den Schatten des imperialen Oesterreich und Hitler ante portas", erklärt Hintergründe von Putsch und Narrativen, stellt die verantwortliche Institution Heimatschutzverband mit ihren Querverbindungen zur NSDAP vor, präsentiert die führenden Front- und Hintermänner des Putsches aus dem In- und Ausland, aus Politik, Militär und Wirtschaft sowie ihre demokratischen Gegner, die den Putsch zum Scheitern brachten, bevor die Justiz durch ihre Freisprüche den Putschisten im Dezember 1931 noch zu einem symbolischen Sieg verhalf. Auf Basis der zeitgenössischen Medien und Akten bilden die Putschereignisse und Akteure in Oberösterreich wie Heimatschutzführer Ernst Rüdiger Starhemberg oder Landeshauptmann Josef Schlegel einen Fokus. Abschließend werden die Kontinuitäten von ideologischen Positionen und Akteuren im Hinblick auf die Zerstörung der Demokratie und der Sozialdemokratie im März 1933 und im Februar 1934, den Juliputsch 1934 und die Annexion Österreichs im März 1938 skizziert.
Quelle: boudicca:wissensturm