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Wien Modern 2026: Neue Musik mit Donau, Insekten und Jelinek

Foto: Wien Modern

Musik & Festival6 Min. Lesezeit

Wien Modern 2026: Neue Musik mit Donau, Insekten und Jelinek

Vom 30. Oktober bis 30. November an 31 Orten in Wien: Uraufführungen, Klanginstallationen und ein Festival, das Ökosystemen zuhört

30. Oktober bis 30. November 2026Wiener Konzerthaus, Musikverein, Secession, MAK, Reaktor und weitere Orte in ganz Wien

Am Abend des 30. Oktober spielt das RSO Wien im Großen Saal des Konzerthauses ein Stück, bei dem ein Fluss mitkomponiert hat. Pia Palme hat Mit der Donau zum Teil im Nationalpark Donauauen geschrieben, gemeinsam mit der Künstlerin Lisa Horvath, am Pult steht Irene Delgado-Jiménez. Mit diesem Konzert beginnt Wien Modern 2026, die 39. Ausgabe des größten Festivals für Neue Musik in Österreich, und es dauert einen Monat bis 30. November. Das Motto „Im großen Ganzen“ richtet das Ohr auf Ökosysteme: Im Foyer des Konzerthauses machen Lasermikrofone Zikaden und Waldameisen hörbar, im MAK läuft eine Klangkarte der Donau mit Aufnahmen von 50 Orten, und ein Chor mit 120 Stimmen steigt auf die Deponie am Rautenweg. Dazwischen stehen Werke von Olga Neuwirth, Liza Lim und Mark Andre, ein Schwerpunkt zu Elfriede Jelinek im Musikverein und Konzerte an Orten von der Secession bis zum Kindermuseum.

Auf einen Blick

Datum
30. Oktober bis 30. November 2026
Ort
Wiener Konzerthaus, Musikverein, Secession, MAK, Reaktor und weitere Orte in ganz Wien
Genre
Neue Musik, Gegenwartsmusik, Klanginstallation, Musiktheater
Eintritt
Festivalpass 140 Euro, unter 30 Jahren 56 Euro; 22 Produktionen bei freiem Eintritt
Kapazität
34.455 Besucherinnen und Besucher bei 151 Veranstaltungen (2025)
Festival seit
1988
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Von Abbados 28 Abenden zum größten Festival für Neue Musik im Land

Wien Modern entstand 1988 auf Initiative von Claudio Abbado, damals Generalmusikdirektor der Stadt Wien, der das erste Festival auch künstlerisch leitete. Die erste Ausgabe war klein und programmatisch zugleich: 28 Veranstaltungen an 23 Tagen, drei Spielorte in zwei Bezirken, sechs Komponisten und bewusst keine einzige Uraufführung. Abbado dirigierte die Wiener Philharmoniker in Werken von Nono, Boulez, Rihm, Ligeti und Berg, Konzerthaus und Musikverein arbeiteten dafür erstmals zusammen. Schon 1996 war das Festival auf 44 Tage mit 68 Veranstaltungen an acht Orten gewachsen. Lothar Knessl, Karsten Witt, Thomas Schäfer und Berno Odo Polzer prägten das Profil, von 2010 bis 2015 leitete Matthias Lošek das Festival, seit 2016 ist Bernhard Günther künstlerischer Leiter. Seit 1989 wird jährlich der Kompositionspreis der Erste Bank vergeben, 2018 fand hier der erste Österreichische Komponistinnenwettbewerb statt. 2025 kamen 34.455 Menschen zu 151 Veranstaltungen, 8,5 Prozent mehr als im Jahr davor und ein neuer Rekord. Heute bespielt Wien Modern 31 Orte in 15 Bezirken und bringt allein heuer mehr als 80 Uraufführungen.

Fun Facts

  • Wusstest du?1988 verzichtete Wien Modern bewusst auf jede Uraufführung. 2019 waren es dann 109 Uraufführungen in einer einzigen Festivalausgabe.
  • Wusstest du?2016 erklangen im Großen Saal des Konzerthauses alle 15 Streichquartette von Schostakowitsch gleichzeitig.
  • Wusstest du?2019 dauerte eine Uraufführung von Michael Hersch in der Nationalbibliothek 15 Stunden, von der Abenddämmerung bis nach Sonnenaufgang. Das Publikum bekam Polster und Decken.
  • Wusstest du?In der Festivalbar Bar Modern gibt es eine eigene Weinauswahl namens Wine Modern, laut Festival ungewöhnliche Weine abseits des Handels.
  • Wusstest du?Der Schwerpunkt zu Elfriede Jelinek begann mit einem Steinway, auf dem in Elfriede Jelineks Wohnzimmer niemand mehr spielte. Die Pianistin Marianne Schroeder setzte sich spontan daran, daraus wuchs ein ganzes Programm bis in den Großen Saal des Musikvereins.
  • Wusstest du?Die Insektenklänge von Jean-Luc Hervé erklingen in der Zacherlfabrik, einer früheren Fabrik für Insektenpulver.

Lineup

Das komplette Programm der 39. Ausgabe steht im Kalender auf wienmodern.at, dort sind alle Termine bis zum Abschlusskonzert am 30. November eingetragen.

Highlights

Pia Palme: Mit der Donau (Eröffnungskonzert)Fr 30.10.
Olga Neuwirth / Elfriede Jelinek: Ghosts & Vampires
Liza Lim: Tree of CodesSa 31.10.

Weiteres Programm

Bernhard Leitner: SOUNDSPACESCULPTUREAnnea Lockwood: A Sound Map of the DanubeChuchchepati OrchestraLukas Sternath & Samuel Hasselhorn

Ein Monat Hören im großen Ganzen

Die 39. Ausgabe verteilt sich auf 31 Orte in 15 Bezirken und widmet sich Musik und Ökosystemen. Nach der Eröffnung folgt am 31. Oktober Liza Lims Oper Tree of Codes im Reaktor, eine Produktion der Neuen Oper Wien mit Anna Sushon am Pult. Im Musikverein läuft ab 31. Oktober der Schwerpunkt Musikverein Perspektiven zu Elfriede Jelinek: Im Metallenen Saal steht Olga Neuwirths interaktive Klanginstallation Ghosts & Vampires mit einem computergesteuerten Flügel, der unter anderem mit Erdbebendaten gefüttert wird, am 3. November spielt Marianne Schroeder im Großen Saal Antasten_Schatten, danach Angela Metzger an der Orgel. Im November folgen das Klangforum Wien mit Anima Mundi, Mark Andre im Mozart-Saal, das Arditti Quartet mit Jolas und Kurtág und sechs Werke von Francesca Verunelli. Gefeiert werden auch die 100. Geburtstage von György Kurtág, Morton Feldman und Friedrich Cerha, dessen Spiegel I bis VII unter Johannes Kalitzke am 30. November das Festival beschließen. Das Publikum ist gemischt: Wer Neue Musik kennt, findet Uraufführungen im Wochentakt, wer neugierig ist, kann in Ausstellungen, ins Kindermuseum oder zu den beiden Partynächten gehen.

  • 1Eröffnung am 30. Oktober um 19.30 Uhr mit Pia Palmes Mit der Donau, gespielt vom RSO Wien im Großen Saal des Konzerthauses.
  • 2Liza Lims Oper Tree of Codes am 31. Oktober im Reaktor, eine Produktion der Neuen Oper Wien.
  • 3Olga Neuwirths Klanginstallation Ghosts & Vampires im Rahmen des Schwerpunkts zu Elfriede Jelinek im Musikverein, bei der du auf einem Floß sitzen kannst.
  • 4Annea Lockwoods A Sound Map of the Danube im MAK Forum, mit Klängen von 50 Orten entlang der Donau.
  • 5Der Chor mit 120 Stimmen von Katrin Hornek und Judith Unterpertinger am 7. November auf der Deponie Rautenweg.
  • 6Die Uraufführung von Katharina Klements Schaum für 17 Instrumente, Elektronik und Feldaufnahmen am 22. November im Mozart-Saal.
  • 7Die Klanginstallation hutan (forest) mit Klängen aus dem Regenwald von Borneo am 28. und 29. November im Tanzquartier.
  • 8Das Abschlusskonzert am 30. November um 19.30 Uhr im Musikverein mit Friedrich Cerhas Spiegel I bis VII.

Praktische Informationen

Festivalpass

Der Festivalpass kostet 140 Euro, mit bestimmten Abos von Konzerthaus oder Musikverein, der Vorteilskarte für Abonnenten des Standard oder der BankCard der Erste Bank 112 Euro, für alle unter 30 nur 56 Euro. Er gilt direkt als Eintrittskarte für 10 Produktionen, 35 weitere kosten damit nur 5 Euro statt bis zu 65 Euro, solange der Vorrat reicht. Der Pass ist übertragbar, ein Katalog im Wert von 15 Euro ist inklusive.

Einzelkarten

Einzelkarten buchst du über den Kalender auf wienmodern.at, telefonisch unter +43 1 242 002 oder an der Kassa des Konzerthauses, Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr. Unter 30 gibt es Ermäßigung, ebenso für Mitglieder im Ö1 Club, beim Kauf von vier Tickets gibt es Mengenrabatt. Mit dem Kulturpass von Hunger auf Kunst und Kultur ist der Eintritt frei, solange Kontingent da ist, nur im Vorverkauf an der Kassa des Konzerthauses.

Anreise

Zum Konzerthaus fährst du mit der U4 bis Stadtpark oder mit den Straßenbahnlinien D, 2 und 71 bis Schwarzenbergplatz, vom Karlsplatz sind es rund 700 Meter. Der Musikverein liegt am Musikvereinsplatz 1 in der Inneren Stadt, ebenfalls nahe Karlsplatz. Für die übrigen Orte, vom Reaktor bis zum Otto Wagner Areal, steht die Adresse bei jedem Termin im Kalender.

Spielorte

Hauptorte sind Konzerthaus und Musikverein, dazu kommen Secession, MAK Forum, Reaktor, Tanzquartier, Arnold Schönberg Center, MuTh, Alte Schmiede, das ZOOM Kindermuseum, Kirchen wie die Ruprechtskirche und Orte wie die Zacherlfabrik oder die Deponie Rautenweg.

Barrierefreiheit

Im Kalender ist bei jedem Termin vermerkt, ob der Ort barrierefrei ist; einige kleine Spielstätten wie Bockkeller, echoraum oder der Kunstverein Ve.Sch sind es nicht. Im Konzerthaus kommst du stufenlos vom Haupteingang ins Foyer, alle Säle sind per Lift erreichbar, Rollstuhlplätze gibt es in allen vier Konzertsälen.

Mit Kindern

Im ZOOM Kindermuseum läuft die Mitmachinstallation Donaurauschen & Flussgeflüster, unter der Woche ab 13.30 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr. Dazu gibt es Schulvorstellungen in der Reihe ZYKAN+ im MuTh.

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Häufige Fragen

Wann findet Wien Modern 2026 statt?

Vom 30. Oktober bis 30. November 2026. Eröffnet wird am Freitag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr im Großen Saal des Konzerthauses, das Abschlusskonzert ist am Montag, 30. November, um 19.30 Uhr im Musikverein.

Lohnt sich der Festivalpass?

Wenn du mehr als zwei oder drei Konzerte besuchst, meistens ja: Er kostet 140 Euro, gilt direkt für 10 Produktionen und senkt 35 weitere auf 5 Euro. Unter 30 zahlst du 56 Euro, und weil der Pass übertragbar ist, kannst du ihn auch weitergeben.

Gibt es Veranstaltungen bei freiem Eintritt?

Ja, laut Festival haben 22 Produktionen freien Eintritt, dazu kommen viele Rahmenveranstaltungen. Dazu zählen auch einige Ausstellungen und Installationen, Details stehen beim jeweiligen Termin im Kalender.

Muss ich Neue Musik kennen, um hinzugehen?

Nein. Das Programm reicht von Orchesterkonzerten bis zu Installationen, durch die du in deinem eigenen Tempo gehen kannst, etwa die Klangkarte der Donau im MAK. Gerade die Klänge von Insekten, Wald und Fluss sind ein guter Einstieg.

Gibt es Ermäßigungen für junge Leute?

Ja. Unter 30 kostet der Festivalpass 56 Euro statt 140 Euro, und auch auf Einzelkarten gibt es eine Ermäßigung für unter 30. Die Ermäßigungen sind nicht kombinierbar.

Wo bekomme ich Karten?

Online über den Ticketshop auf wienmodern.at, telefonisch unter +43 1 242 002 mit Kreditkarte oder an der Kassa des Wiener Konzerthauses in der Lothringerstraße 20. Bestellungen per Mail gehen an ticket@konzerthaus.at.

Ist Wien Modern etwas für Kinder?

Teilweise. Für Familien gedacht ist die Mitmachinstallation Donaurauschen & Flussgeflüster im ZOOM Kindermuseum, für Schulen gibt es Vorstellungen der Reihe ZYKAN+ im MuTh. Bei Abendkonzerten lohnt ein Blick auf Dauer und Spielort im Kalender.

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