lasstreffenat
Anmelden
Resonanzen 2027: Alte Musik über die Hand im Konzerthaus

Foto: C.Stadler/Bwag, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Musik & Festival7 Min. Lesezeit

Resonanzen 2027: Alte Musik über die Hand im Konzerthaus

Acht Abende im Wiener Konzerthaus vom 16. bis 23. Jänner, von Händels Belshazzar bis Zelenka, dazu Instrumentenbauer und vieles bei freiem Eintritt

16. bis 23. Jänner 2027Wiener Konzerthaus (Großer Saal, Mozart-Saal und Foyers), Wien

Auf dem Sujet der Resonanzen 2027 liegen zwei Hände aus Berninis Skulptur Raub der Proserpina: aus dem Zusammenhang gelöst wirken sie fast zärtlich, im Wissen um die Entführung bekommen sie etwas Bedrohliches. Genau diese Doppeldeutigkeit trägt das Festival für Alte Musik im Wiener Konzerthaus vom 16. bis 23. Jänner 2027 durch acht Abende und 500 Jahre Musikgeschichte. Zum Auftakt erscheint im Großen Saal eine Hand aus dem Nichts und schreibt König Belshazzar den Untergang an die Wand: Das Dunedin Consort unter John Butt spielt Händels Oratorium Belshazzar, zum ersten Mal überhaupt im Konzerthaus. Danach geht es durch das Mailand Leonardos, die schrägen Madrigale Gesualdos, Bachs Kunst der Fuge und einen Flamencoabend mit Händeklatschen, bis Václav Luks mit dem Collegium 1704 am letzten Abend Zelenka dirigiert. Dazwischen laufen im ganzen Haus Filme, zeigen Instrumentenbauer ihre Werkstatt und wird im ausgeräumten Parterre getanzt, vieles davon bei freiem Eintritt.

Auf einen Blick

Datum
16. bis 23. Jänner 2027
Ort
Wiener Konzerthaus (Großer Saal, Mozart-Saal und Foyers), Wien
Genre
Alte Musik, Mittelalter bis Barock, historische Aufführungspraxis
Eintritt
Einzelkarten 29 bis 107 Euro, Flamenco mit Buffet 64 bis 108 Euro, Zyklus aller acht Konzerte 201 bis 510 Euro
Kapazität
Großer Saal 1.865 Plätze, Mozart-Saal 704 Plätze
Festival seit
1993
🎟️ Tickets sichern

Anzeige · Ticketkauf über Eventim

Wie aus einem Abend mit Jordi Savall ein Festival wurde

Die Resonanzen begannen am 6. März 1993 mit einem Abend im Großen Saal, an dem der Gambist Jordi Savall mit Hespèrion XX und der Capella Reial de Catalunya im Konzerthaus debütierte. Daraus wurde ein jährliches Festival, das im Jänner seinen festen Platz fand: 2001 lief die neunte Ausgabe, 2017 die 25., 2022 die 30., und 2027 ist es die 35. Die Dramaturgie liegt seit etwa 2008 bei Peter Reichelt, der auf Christian Lackner folgte und unter anderem eine eigene Filmschiene einführte. Jede Ausgabe hat ein Thema, das die Konzerte verbindet: 2015 hieß es Fürstenspiegel, 2017 Freizeiten, 2022 In Feierlaune, 2025 Alte Meister nach Thomas Bernhard. Für 2015 meldete das Konzerthaus bei zehn Konzerten eine Auslastung von 92 Prozent. Spielort ist das Wiener Konzerthaus, das Kaiser Franz Joseph I. am 19. Oktober 1913 eröffnete; sein Großer Saal fasst 1.865 Menschen, der Mozart-Saal 704. Viele Ensembles kommen seit Jahren wieder, Graindelavoix etwa debütierte 2017 und ist 2027 erneut dabei. Michele Pasotti, Leiter von la fonte musica, nennt das Wiener Publikum im aktuellen Festivalfolder eines der besten und kompetentesten, das er kenne.

Fun Facts

  • Wusstest du?Zum 30. Geburtstag des Festivals 2022 spielte Jordi Savall exakt das Programm jenes ersten Abends vom 6. März 1993 noch einmal.
  • Wusstest du?Die Ausstellung Historischer Instrumentenbau gibt es seit der allerersten Festivalausgabe, 2027 findet sie zum 33. Mal statt. Am ersten Wochenende kann man Nachbauten alter Instrumente ausprobieren und kaufen, der Eintritt ist frei.
  • Wusstest du?Die blinde Wiener Komponistin Maria Theresia Paradis regte in Paris Valentin Haüy zur ersten Schule für Blinde an; ihr Stecksystem zum Notensetzen entwickelte Louis Braille später zur Blindenschrift weiter. Ihre Kompositionstafeln liegen in der Sammlung alter Musikinstrumente im Kunsthistorischen Museum, wo am 23. Jänner eine Matinee zu ihr stattfindet.
  • Wusstest du?1847 entdeckte man im Ursulinenkloster von Québec ein Consort von Gamben, das vermutlich während der Schlacht um Québec 1759 dort versteckt worden war. Von diesem Fund geht das Programm von The Fine Hand am 20. Jänner aus.
  • Wusstest du?Léon Berben spielt Bachs Kunst der Fuge im Konzerthaus zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder auf dem Cembalo. In der Lichtinstallation dazu spielen live gefilmte Hände des Musikers die Hauptrolle.
  • Wusstest du?Dramaturg Peter Reichelt nannte sein Kernpublikum einmal „die totalen Freaks, die jeden Abend kommen“ und meinte das als Lob.

Lineup

Alle acht Abendkonzerte und das Begleitprogramm stehen fest, nur die Programme einzelner Vorspiele werden noch bekannt gegeben.

Highlights

Dunedin Consort
Graindelavoix
Collegium 1704

Weiteres Programm

la fonte musica

Acht Abende, eine Woche, viele Hände

Gespielt wird jeden Abend um 19.30 Uhr, an den beiden Samstagen im Großen Saal, dazwischen im Mozart-Saal. Micrologus mit Patrizia Bovi bringt am 17. Jänner Musik aus der Zeit Leonardos, von Josquin Desprez bis Franchino Gaffurio, und im Saal ist eine Kopie des Letzten Abendmahls zu sehen. Graindelavoix unter Björn Schmelzer singt am 18. Jänner Madrigale von Cipriano de Rore bis Carlo Gesualdo, Léon Berben spielt am 19. Jänner Bachs Kunst der Fuge mit einer Lichtinstallation des Wiener Kunstvereins BerMo. Am 20. Jänner führt The Fine Hand von Akadien nach Louisiana, am 21. Jänner spielt Daniel Casares mit seinem Flamencoquartett erstmals unverstärkt im Konzerthaus, danach gibt es ein Buffet. la fonte musica widmet sich am 22. Jänner den gegenseitigen Ehrungen von Dufay, Ockeghem und Josquin, bevor Collegium 1704 am 23. Jänner mit drei Werken Zelenkas schließt. Rundherum läuft die Lounge bei freiem Eintritt: Vorspiele junger Ensembles, eine Filmreihe von Buñuel über Jane Campions The Piano bis Hanekes Die Klavierspielerin und Barocktanz im Parterre des Großen Saals. Neu sind Führungen für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sowie Führungen in österreichischer Gebärdensprache.

  • 1Händels Belshazzar mit dem Dunedin Consort und John Butt zur Eröffnung am 16. Jänner im Großen Saal, erstmals im Konzerthaus.
  • 2Musik aus der Zeit Leonardos mit Micrologus und Patrizia Bovi am 17. Jänner, als Hommage an alle Linkshänder.
  • 3Gesualdo und andere Manieristen mit Graindelavoix unter Björn Schmelzer am 18. Jänner im Mozart-Saal.
  • 4Bachs Kunst der Fuge auf dem Cembalo mit Léon Berben und einer Lichtinstallation am 19. Jänner.
  • 5Flamenco mit Daniel Casares und dem Tänzer Manuel Montes am 21. Jänner, mit Buffet im Anschluss.
  • 6Zelenkas Miserere und Missa Votiva mit Collegium 1704 unter Václav Luks zum Finale am 23. Jänner.
  • 7Die 33. Ausstellung Historischer Instrumentenbau am 16. und 17. Jänner in Sälen und Foyers bei freiem Eintritt.
  • 8Ein Barockbrunch mit Musikern des Collegium 1704 am 23. Jänner um 11 Uhr im Gasthaus Brandstetter in Hernals, Eintritt frei.

Praktische Informationen

Tickets

Einzelkarten kosten je nach Abend 29 bis 107 Euro, das Flamencokonzert mit Buffet 64 bis 108 Euro. Der Einzelkartenverkauf startet am 9. November 2026 um 10 Uhr, für Mitglieder der Konzerthausgesellschaft schon am 2. November. Der Zyklus mit allen acht Konzerten kostet 201 bis 510 Euro, ein Package mit zwei, drei oder vier Konzerten deiner Wahl bringt 7,5, 15 oder 25 Prozent Ermäßigung; beides kannst du schon jetzt online buchen. Jugendmitglieder bekommen 50 Prozent.

Anreise

Das Konzerthaus liegt im 3. Bezirk zwischen Schwarzenbergplatz und Stadtpark. Mit der U4 fährst du bis Stadtpark, mit den Straßenbahnlinien D, 2 und 71 bis Schwarzenbergplatz, vom Karlsplatz sind es rund 700 Meter zu Fuß. Ermäßigt parkst du in den Garagen von BIP am Schwarzenbergplatz und am Palais Schwarzenberg, das Ausfahrtsticket kostet 6 Euro an der Kassa des Konzerthauses oder beim Portier.

Spielstätten

Die Abendkonzerte laufen im Großen Saal und im Mozart-Saal, Vorspiele im Schubert-Saal und im Berio-Saal, Filme im Neuen Salon. Die Matinee zu Maria Theresia Paradis findet in der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Hofburg statt, Karten dafür gibt es nur beim Museum. Der Barockbrunch ist im Gasthaus Brandstetter, Hernalser Hauptstraße 134.

Barrierefreiheit

Vom Haupteingang in der Lothringerstraße 20 kommst du stufenlos ins Foyer, alle Säle sind per Lift erreichbar, und in allen vier Konzertsälen gibt es Rollstuhlplätze. Eine Begleitperson zahlt die Hälfte. Am ersten Festivalwochenende gibt es erstmals Führungen für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen und eine Führung hinter die Bühne in österreichischer Gebärdensprache.

Mit Kindern

Die Instrumentenausstellung ist gratis, Führungen kosten 8,50 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre 4 Euro, Kinder bis 6 Jahre sind frei. Am 23. und 24. Jänner zeigt das Ensemble Cembaless um 11 und 14 Uhr im Berio-Saal Pinocchio für Kinder ab 6 Jahren, Karten 28 Euro, für Kinder 17 Euro.

Essen und Trinken

Nach dem Flamencoabend am 21. Jänner serviert das Konzerthausrestaurant EssDur ein Buffet in Garderobenhalle, Feststiege und Restaurant, es ist im Kartenpreis enthalten. Beim Barockbrunch in Hernals gibt es Zählkarten nur direkt im Gasthaus, eine telefonische Reservierung ist nicht möglich.

Übernachten in Wien

Anzeige

Von auswärts dabei? Unterkünfte in Wien rund um den Termin findest du bei Booking.com.

Stadt und Datum sind im Link schon vorausgefüllt.

Unterkünfte ansehen

Affiliate-Link: Buchst du über diesen Link, erhält LassTreffen.at eine Provision von Booking.com — am Preis ändert sich für dich nichts. Buchung und Zahlung erfolgen direkt bei Booking.com.

Touren & Aktivitäten in Wien

Anzeige

Geführte Touren, Eintrittskarten und Erlebnisse in Wien — buchbar über GetYourGuide.

Häufige Fragen

Wann finden die Resonanzen 2027 statt?

Vom Samstag, 16. Jänner, bis Samstag, 23. Jänner 2027 im Wiener Konzerthaus. Die Abendkonzerte beginnen jeweils um 19.30 Uhr, die Instrumentenausstellung ist am 16. Jänner von 13 bis 18 Uhr und am 17. Jänner von 10 bis 17 Uhr offen.

Ab wann gibt es Einzelkarten?

Der allgemeine Vorverkauf startet am 9. November 2026 um 10 Uhr online, telefonisch unter +43 1 242 002 und an der Kassa des Konzerthauses, Mitglieder können schon ab 2. November kaufen. Zyklus und Package sind bereits jetzt online buchbar.

Was kosten die Konzerte?

Die meisten Abende im Mozart-Saal kosten 29 bis 73 Euro, die Eröffnung mit Belshazzar 29 bis 107 Euro und das Finale mit Zelenka 29 bis 99 Euro. Der Flamencoabend kostet 64 bis 108 Euro, inklusive Buffet.

Lohnt sich der Zyklus oder das Package?

Der Zyklus umfasst alle acht Konzerte und kostet 25 Prozent weniger als die Einzelkarten. Wenn du nur zwei bis vier Abende besuchen willst, bekommst du mit dem Package 7,5 bis 25 Prozent Ermäßigung.

Muss ich mich mit Alter Musik auskennen?

Nein. Der Festivalfolder beschreibt jedes Konzert in ein paar Sätzen, damit du weißt, was dich erwartet, vom biblischen Drama bei Händel bis zum Flamenco. Die Vorspiele und Filme in der Lounge sind gratis und ein guter Einstieg.

Gibt es etwas für Kinder?

Ja. Die Ausstellung Historischer Instrumentenbau ist bei freiem Eintritt ein Ausflug für Familien, mit eigenen Führungen für Kinder am Samstag um 12.45 Uhr. Am 23. und 24. Jänner läuft das Musiktheater Pinocchio für Kinder ab 6 Jahren.

Ist das Konzerthaus barrierefrei?

Ja, der Haupteingang ist stufenlos, alle Säle sind mit dem Lift erreichbar, Rollstuhlplätze gibt es in allen vier Konzertsälen. Begleitpersonen bekommen 50 Prozent Ermäßigung auf einen Platz in unmittelbarer Nähe.

Kann ich selbst mitspielen?

Am 16. Jänner ab 17 Uhr gibt es im Buffet des Mozart-Saals eine Jamsession, zu der auch Hobbymusiker eingeladen sind. Gestimmt wird auf 415 Hertz, also bring ein passendes Instrument mit.

Passende Events & Termine

Live aus unserem Kalender, täglich aktualisiert.

Mehr entdecken

Noch mehr Events in Österreich

Zum Festival mit allen Konzerten