
Foto: Liszt Festival Raiding
Liszt Festival Raiding 2027: Barock, Blech und Sommerkonzerte
Drei Konzertwochenenden zwischen März und Juni im Liszt Zentrum, direkt gegenüber dem Geburtshaus von Franz Liszt
Raiding ist ein Weinbaudorf im Mittelburgenland, und hier stehen sich zwei Häuser gegenüber, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite das kleine Geburtshaus, in dem Franz Liszt am 22. Oktober 1811 zur Welt kam und in dem seit 1951 ein Museum untergebracht ist. Gegenüber ein klarer weißer Kubus mit Glas und Holz, 2006 eröffnet, innen ein Saal für rund 600 Menschen, ausgekleidet mit gewölbten Fichtenholzplatten. Hier beginnt am Freitag, dem 12. März 2027, um 18.30 Uhr der Frühling des Liszt Festivals mit Händels Messias, gespielt vom Originalklangorchester Barucco unter Heinz Ferlesch. Es folgen ein Wochenende mit Haydn, im April vier Tage Blechmusik vom Jubiläumskonzert der Militärmusik bis zu Federspiel und im Juni Sommerkonzerte von Mozart bis zum Gypsy Swing. Wer Klassik ohne Großstadtrummel sucht, findet hier Spitzenmusiker aus Wiens Orchestern, kostenlose Parkplätze vor der Tür und Weingärten rundherum.
Auf einen Blick
- Datum
- 12. bis 14. März, 22. bis 25. April und 10. bis 13. Juni 2027; Liszt Festival im Oktober 2027 noch ohne Termin
- Ort
- Liszt Zentrum Raiding, Mittelburgenland
- Genre
- Klassik, Barock, Blasmusik, Jazz, Kammermusik
- Eintritt
- 37 bis 79 Euro, unter 27 Jahren die Hälfte; Platzkonzert am 24. April Eintritt frei
- Kapazität
- rund 600 Plätze im Konzertsaal
- Festival seit
- 2006
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Ein Konzertsaal für den Sohn des Dorfes
Als Franz Liszt 1811 in Raiding geboren wurde, gehörte der Ort, ungarisch Doborján, zum Königreich Ungarn; erst seit 1921 ist er Teil des Burgenlands. 1823 zog die Familie nach Wien, von dort aus wurde Liszt zum gefeierten Virtuosen Europas, später Hofkapellmeister in Weimar und Lehrer ganzer Pianistengenerationen. In seinem Geburtshaus erinnert seit 1951 ein Museum an ihn. 2006 bekam das Dorf einen eigenen Konzertsaal: Das Rotterdamer Atelier Kempe Thill entwarf einen zurückhaltenden, symmetrischen Bau, die Akustik gestaltete der Münchner Karlheinz Müller. Seit der Eröffnung findet hier das Liszt Festival Raiding statt, verteilt auf mehrere Zyklen im Jahr. Seit 2009 leiten es die Brüder Eduard und Johannes Kutrowatz, ein Klavierduo, das in Eisenstadt und Wien studiert hat, 1986 den ersten Preis beim Wettbewerb in Stresa gewann und zuvor das Festival klangfrühling auf Burg Schlaining gegründet und bis 2015 geleitet hatte. Ein Meilenstein war die Edition „The Sound of Weimar“ mit dem Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselböck, die erste Aufnahme aller Orchesterwerke Liszts im Originalklang des 19. Jahrhunderts, ausgezeichnet unter anderem mit dem Grand Prix du Disque Franz Liszt 2011 und 2012. Heute gliedert sich die Saison in die Barock Haydn Tage, das Brass Fest, die Sommerkonzerte, ein Familienkonzert und das Liszt Festival im Oktober; Veranstalter sind die Kultur Betriebe Burgenland.
Fun Facts
- Wusstest du?Das Klanggeheimnis des Saals hängt an der Wand: Die Verkleidung besteht aus bis zu 350 Kilo schweren Fichtenholzplatten, die kaum sichtbar dreidimensional gewölbt sind. Sie verteilen den Schall und verhindern Flatterechos.
- Wusstest du?Für die Gesamtaufnahme „The Sound of Weimar“ spielte das Orchester Wiener Akademie zum Teil auf Blechblasinstrumenten, die aus dem Bestand von Liszts eigenem Orchester stammen.
- Wusstest du?Das Minetti Quartett, das am 13. März Haydns „Kaiserquartett“ spielt, hat seine erste CD mit Haydnquartetten im Liszt Zentrum Raiding aufgenommen.
- Wusstest du?Liszt kam in Ungarn zur Welt, obwohl sein Geburtsort heute in Österreich liegt: Raiding, ungarisch Doborján, kam erst 1921 mit dem Burgenland zu Österreich.
- Wusstest du?Im Ort steht auch ein Storchenhaus des japanischen Architekten Terunobu Fujimori, 2012 fertiggestellt im Rahmen des Raiding Project, das seit 2010 experimentelle Gästehäuser von japanischen Architekten errichtet.
- Wusstest du?Das Festival hat eigene Weine: einen Blaufränkisch Ried Gfanger und einen Sauvignon Blanc als Edition Liszt Festival vom Weingut Eichenwald.
Lineup
Das Programm von März bis Juni 2027 ist vollständig veröffentlicht und im Verkauf; die Termine für das Liszt Festival im Oktober 2027 gibt das Liszt Zentrum noch bekannt.
Highlights
Weiteres Programm
Drei Wochenenden, drei Klangfarben
Die Barock Haydn Tage von 12. bis 14. März eröffnen mit Händels Messias in historisch informierter Aufführungspraxis, Barucco Vokalensemble und Orchester spielen unter Heinz Ferlesch. Am Samstagvormittag widmet sich das Minetti Quartett Haydns „Sonnenaufgang“ und dem „Kaiserquartett“, am Abend spielt das Wiener KammerOrchester unter Jan Willem de Vriend ein reines Haydnprogramm mit dem Trompetenkonzert, Solist ist der junge Wiener Philharmoniker Daniel Schinnerl-Schlaffer. Die Pianistin in Residence Kateryna Titova stellt am Sonntag Scarlatti und Haydn gegenüber. Das Brass Fest von 22. bis 25. April beginnt mit 70 Jahren Militärmusik Burgenland unter Oberst Johann Kausz, inklusive Liszts zweiter Ungarischer Rhapsodie für Blasorchester. Danach spielt die Vienna Brass Connection Filmmusik von John Williams bis Star Trek, am Samstag geben die Stadtkapelle Sopron und der Musikverein Franz Liszt Raiding ein Platzkonzert bei freiem Eintritt, am Abend folgen die Original Woodstock Musikanten mit Matthias Schorn, und am Sonntag beschließt Federspiel das Wochenende. Die Sommerkonzerte von 10. bis 13. Juni reichen von einer Mozartgala der Ehrphilharmonie Wien mit Andrea Götsch als Dirigentin und Solistin über Benjamin Schmids Hommage an Stéphane Grappelli und Django Reinhardt bis zu einem österreichischen Menü aus Volksmusik mit Goldgeigern und Franz Posch und Wiener Klängen der Philharmonic Five.
- 112. März, 18.30 Uhr: Händels Messias mit Barucco unter Heinz Ferlesch eröffnet die Barock Haydn Tage.
- 213. März, 11 Uhr: Minetti Quartett mit Haydns „Sonnenaufgang“ und dem „Kaiserquartett“.
- 313. März, 18.30 Uhr: Wiener KammerOrchester unter Jan Willem de Vriend mit Haydns Trompetenkonzert und der „Oxford“ Sinfonie.
- 422. April, 18.30 Uhr: Jubiläumskonzert 70 Jahre Militärmusik Burgenland mit Liszts zweiter Ungarischer Rhapsodie.
- 524. April, 17 Uhr: Platzkonzert der Stadtkapelle Sopron und des Musikvereins Franz Liszt Raiding bei freiem Eintritt.
- 625. April, 11 Uhr: Federspiel, die siebenköpfige Blaskapelle zwischen Tradition und Ironie, beendet das Brass Fest.
- 710. Juni, 18.30 Uhr: Mozartgala der Ehrphilharmonie Wien mit Klarinettenkonzert und Klavierkonzert KV 467.
- 811. Juni, 18.30 Uhr: Benjamin Schmid Jazz Quartett mit Diknu Schneeberger und dem Programm „Hot Club Jazz“.
Praktische Informationen
Tickets
Karten gibt es über die Kaufseiten im Kalender von lisztfestival.at (oeticket), an der Kartenhotline +43 2619 51047 und im Ticketcenter der Kultur Betriebe Burgenland unter +43 2682 719 1000. Die Preise liegen je nach Konzert und Kategorie zwischen 37 und 79 Euro; am teuersten ist der Messias mit 49 bis 79 Euro.
Ermäßigungen
Unter 27 Jahren zahlst du die Hälfte, Studierende brauchen einen Ausweis. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bekommen ebenfalls 50 Prozent, Mitglieder des Ö1 Club 10 Prozent, mit der Burgenland Card gibt es 15 Prozent. Ermäßigte Karten gibt es nur telefonisch; Rabatte lassen sich nicht kombinieren.
Anreise mit dem Auto
Aus Wien über A2 und A3 Richtung Eisenstadt, weiter auf der S31 Richtung Oberpullendorf bis zur Abfahrt Weppersdorf/Markt St. Martin, dann über die B62 Richtung Deutschkreutz und die Raidinger Landesstraße. Direkt beim Liszt Zentrum gibt es kostenlose Parkplätze.
Öffentlich
Mit dem Zug bis Deutschkreutz oder mit dem Bus bis zum Park and Ride Weppersdorf, von dort mit dem Burgenländischen Anrufsammeltaxi BAST bis vor den Konzertsaal. BAST buchst du rund um die Uhr unter 0800 500 805, mindestens 24 Stunden im Voraus; VOR Tickets und KlimaTicket gelten.
Spielstätte
Der Konzertsaal fasst inklusive Balkon rund 580 bis 600 Personen und liegt in einem Park gegenüber dem Geburtshaus von Franz Liszt, in dem das Liszt Museum untergebracht ist. Wer früher kommt, verbindet den Konzertbesuch mit einem Blick ins Museum.
Übernachten
Das Festival empfiehlt unter anderem das Hotel Zum Oberjäger in Lackenbach und den Gasthof Zur Traube in Neckenmarkt (je etwa 5 Kilometer), den Kirchenwirt Heinrich in Deutschkreutz (10 Kilometer) sowie Unterkünfte in Lutzmannsburg.
Wein dazu
Raiding liegt im Blaufränkischland. Das Weingut Eichenwald keltert eigene Festivalweine und bietet Verkostungen an, die sich mit einem Konzertbesuch verbinden lassen.
Übernachten in Raiding
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Häufige Fragen
Wann finden die Konzerte 2027 statt?
Die Barock Haydn Tage laufen von 12. bis 14. März, das Brass Fest von 22. bis 25. April und die Sommerkonzerte von 10. bis 13. Juni 2027. Abendkonzerte beginnen um 18.30 Uhr, Matineen um 11 Uhr.
Wann ist das Liszt Festival im Oktober 2027?
Die Termine sind noch nicht veröffentlicht. 2026 fand das Oktoberfestival von 16. bis 25. Oktober statt, rund um Liszts Geburtstag am 22. Oktober.
Was kosten die Karten?
Zwischen 37 und 79 Euro, je nach Konzert und Kategorie. Wer unter 27 ist, zahlt die Hälfte, das Platzkonzert am 24. April ist gratis.
Komme ich auch ohne Auto nach Raiding?
Ja, mit dem Zug nach Deutschkreutz oder dem Bus nach Weppersdorf und dann mit dem Anrufsammeltaxi BAST. Das Taxi musst du mindestens 24 Stunden vorher unter 0800 500 805 buchen.
Gibt es Parkplätze?
Ja, direkt beim Liszt Zentrum gibt es kostenlose Parkplätze, nur wenige Schritte vom Konzertsaal entfernt.
Welches Konzert eignet sich für Familien?
Das Platzkonzert am 24. April um 17 Uhr ist kostenlos und unkompliziert. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre bekommen außerdem bei allen Eigenveranstaltungen 50 Prozent Ermäßigung.
Muss ich Liszt mögen, um hinzufahren?
Nein. Im Frühjahr und Sommer 2027 steht Liszt nur punktuell auf dem Programm, etwa mit der zweiten Ungarischen Rhapsodie oder bei den Philharmonic Five. Im Mittelpunkt stehen Haydn, Händel, Mozart, Blasmusik und Jazz.
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