
Foto: folk.art Festival / madeleine marie (Broadlahn im Heimatsaal, 2025)
folk.art Festival 2026: Was in Graz bis 8. November noch kommt
Nordischer Folk, koreanische Zithern und Klezmer im Schloßberg: die Festivalwoche des Grazer Weltmusikfestivals
Am Freitag, 6. November, um halb acht steht ein Quartett aus Schweden, Finnland und Dänemark im Heimatsaal am Fuß des Schloßbergs, ein Saal mit rund 150 Plätzen, der erst 2021 frisch renoviert wurde. Das Floating Sofa Quartet spielt nordischen Folk, und es ist einer von fünf Abenden einer Woche, in der sich das folk.art Festival richtig verdichtet. Am Tag davor dröhnt im Dom im Berg, dem Veranstaltungssaal im Inneren des Schloßbergs, Klezmer mit Balkanbeats. Am Samstag wird im Kultursalon mongolischer Kehlkopfgesang erklärt und vorgeführt, am Sonntag gibt es eine Matinee mit Flügelhörnern und Kontrabass bei freiem Eintritt. Das Festival hat am 21. Oktober mit Anja Obermayer begonnen und läuft unter dem Motto „Fest des Lebens“ noch bis 8. November. Wer jetzt noch einsteigen will, hat die beste Woche vor sich.
Auf einen Blick
- Datum
- 21. Oktober bis 8. November 2026, Festivalwoche 4. bis 8. November
- Ort
- Heimatsaal im Volkskundemuseum, Dom im Berg, Murinsel, Die Brücke und weitere Orte in Graz und Umgebung
- Genre
- Folk, Volksmusik und Musik aus aller Welt
- Eintritt
- Abendkonzerte 20 bis 30 Euro, Festivalpass 120 Euro, elf Programmpunkte bei freiem Eintritt
- Kapazität
- Heimatsaal rund 150 Sitzplätze
- Festival seit
- 2019
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Ein junges Festival, das das Wort Weltmusik nicht mag
Die Idee hatte Elias Plösch, Musiker und Absolvent des Grazer Musikgymnasiums, den Veranstaltungsplanung ebenso interessierte wie Musik aus aller Welt. Gemeinsam mit Weggefährten aus der Grazer Kulturszene gründete er den Kulturverein folk.art, 2019 fand das erste Festival statt. 2026 ist die achte Ausgabe; Plösch ist Intendant, Max Kreuzer künstlerischer Leiter, das Team arbeitet großteils ehrenamtlich und ist überwiegend jung. Programmatisch reibt sich das Festival am Begriff Weltmusik, den es für zu breit und manchmal irreführend hält: Steirische und europäische Volksmusik gehört für folk.art genauso dazu wie Musik aus Persien, Korea oder Ägypten. Dazu kommen Mitmachangebote, oft gemeinsam mit Vereinen aus der Stadt, Lesungen, Stadtrundgänge und Gespräche. Schon 2020, mitten in der Pandemie, spielte das Festival im Dom im Berg, im Orpheum, in der Herz-Jesu-Kirche und in der Synagoge Graz; eröffnet wurde damals mit der Band Alma. In den drei Jahren davor lag das Festival Anfang bis Mitte Oktober, 2026 reicht es bis in den November und umfasst 20 Programmpunkte an 12 Spielorten, mit Musik aus drei Kontinenten und neuen Orten wie dem Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz und dem Orienthaus Reyhani.
Fun Facts
- Wusstest du?2025 spielte das Festival in einer Straßenbahn: Charlie & die Kaischlabuam traten an der Wendeschleife am Jakominiplatz auf, die Garnitur trug am Zielschild „folk.art Festival“, der Eintritt war frei.
- Wusstest du?Wer eine Karte für ein Konzert im Dom im Berg hat, fährt damit auch mit den Öffis zur Spielstätte, die Karte gilt als Fahrschein.
- Wusstest du?Das Festival erzählt gern, dass sich die Weltmusikmesse WOMEX von „World Music Expo“ in „Worldwide Music Expo“ umbenannt hat, angestoßen unter anderem von der österreichischen Sängerin Golnar Shahyar.
- Wusstest du?Am 7. und 8. November diskutiert das Festival öffentlich über sich selbst: „Dürfen alle alles spielen?“ fragt das erste Musikgespräch über kulturelle Aneignung, das zweite „Wem gehört die Volksmusik?“.
- Wusstest du?Der Heimatsaal gehört zum Volkskundemuseum, das die älteste und umfangreichste volkskundliche Sammlung der Steiermark beherbergt. Nach der Renovierung 2020 und 2021 hat der Saal einen Garten am Fuß des Schloßbergs vor der Tür.
- Wusstest du?Am 5. November nimmt der Wanderreiseveranstalter Weltweitwandern im Heimatsaal eine Podcastfolge live vor Publikum auf: Gründer Christian Hlade und Angelika Temper erzählen von der Via Dinarica durch Montenegro.
Programm
Das Programm 2026 mit 20 Programmpunkten an 12 Spielorten ist vollständig veröffentlicht; die ersten drei Termine sind bereits vorbei, der Rest läuft bis Sonntag, 8. November.
Highlights
Die Festivalwoche von 4. bis 8. November
Bevor die Festivalwoche beginnt, gibt es noch zwei Abende: Am Donnerstag, 29. Oktober, verbindet das Shaari Ensemble mit Claudio Spieler im Pfarrsaal Feldkirchen persische Tradition mit Jazz und Pop, am Samstag, 31. Oktober, lesen und singen Wolfram Berger und Jakob Nöhrer in der Brücke über Liebe, Vergänglichkeit und Abschied, begleitet von Akkordeon und Steirischer Harmonika. Ab Mittwoch, 4. November, geht es dann Schlag auf Schlag: eine Lesung mit Texten aus einem offenen Aufruf in Omas Teekanne, am Abend das Doppelkonzert mit Dal:um aus Südkorea, die Gayageum und Geomungo zwischen Tradition und Minimalismus spielen, und der Cellistin Sophie Abraham. Am Donnerstag folgen Gratiskonzerte auf der Murinsel und abends Baba Yaga mit dem Styrian Klezmore Orchestra im Dom im Berg. Freitag, Samstag und Sonntag gehören im Heimatsaal dem Floating Sofa Quartet, Cairo Steps aus Ägypten und Deutschland und zum Abschluss Aniada a Noar mit dem slowenischen Brina Duo. Dazwischen liegen Stadtrundgänge, ein bulgarischer Tanzworkshop und Nachmittagskonzerte, fast alle ohne Eintritt.
- 1Dal:um und Sophie Abraham, Doppelkonzert am Mittwoch, 4. November, um 19.30 Uhr im Heimatsaal.
- 2Baba Yaga und das Styrian Klezmore Orchestra mit Klezmer, Balkanbeats und Gypsy Jazz am 5. November im Dom im Berg.
- 3Pavel Shalman und Boki Radenkovic mit ihrem Album „On the Other Side of the Danube“ gratis auf der Murinsel, 5. November um 16 und 17.30 Uhr.
- 4Avin Ahmadi mit Oud und Gesang bei freiem Eintritt im Orienthaus Reyhani, 6. November um 16 und 17.30 Uhr.
- 5Mongolischer Kehlkopfgesang und Pferdekopfgeige mit Myagmar Nyamaa am Samstag, 7. November, um 11 Uhr im Kultursalon.
- 6Stadtrundgänge „Mensch sein in Graz“ mit Ruth Nezmahen, 7. November um 13 und 15 Uhr ab Karmeliterplatz.
- 7Matinee mit dem Quartett Potzmann // Fruhwirth am Sonntag, 8. November, um 11 Uhr im Heimatsaal, Eintritt frei.
- 8Abschlusskonzert mit Aniada a Noar und dem Brina Duo am 8. November um 19.30 Uhr.
Praktische Informationen
Tickets
Abendkonzerte kosten 30 Euro, das Shaari Ensemble und die musikalische Lesung 25 Euro. Karten gibt es online über die Programmseite, im Ticketzentrum Graz am Kaiser-Josef-Platz 10 und in der Hofgasse 11, in der Tourismusinformation in der Herrengasse und an der Abendkassa, die eine Stunde vor Beginn öffnet.
Festivalpass
Der Festivalpass um 120 Euro gilt für die fünf Abendkonzerte der Festivalwoche von 4. bis 8. November und ist nur im Ticketzentrum oder über die Hotline erhältlich, nicht online. Mit der Weltenbühne KulturCard kostet er 105 Euro.
Ermäßigungen
Studierende und junge Menschen bis 27 bekommen 20 Prozent, Mitglieder des Ö1 Clubs und Kundinnen und Kunden der Steiermärkischen Sparkasse 10 Prozent, Ö1 Intro 30 Prozent. Mit dem Kulturpass ist der Eintritt an der Abendkassa frei. Ermäßigungen sind nicht kombinierbar.
Anreise
Alle Spielorte in Graz erreichst du mit den Graz Linien, für die Wege zwischen den Orten empfiehlt das Festival das Rad. Die Karte für den Dom im Berg gilt auch als Fahrschein. Wer von außerhalb mit dem Auto kommt, stellt das Auto am besten auf einem der Park and Ride Plätze am Stadtrand ab und fährt mit den Öffis ins Zentrum.
Gratisprogramm
Elf der 20 Programmpunkte kosten keinen Eintritt, bei den meisten wird um eine Spende gebeten. Das Festival empfiehlt, auch dafür über die Programmseite einen Platz zu reservieren.
Spielorte außerhalb
Zwei Konzerte finden außerhalb der Stadt statt: das Trio Hupsala im Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz (bereits vorbei) und das Shaari Ensemble am 29. Oktober im Pfarrsaal Feldkirchen bei Graz.
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Häufige Fragen
Bis wann läuft das folk.art Festival 2026?
Bis Sonntag, 8. November 2026. Begonnen hat es am 21. Oktober, die dichteste Phase ist die Festivalwoche von 4. bis 8. November.
Was kostet ein Konzert?
Die Abendkonzerte kosten 20 bis 30 Euro. Elf Programmpunkte, darunter Nachmittagskonzerte, die Matinee am 8. November, Stadtrundgänge und ein Tanzworkshop, sind gratis.
Lohnt sich der Festivalpass?
Wenn du alle fünf Abendkonzerte von 4. bis 8. November besuchen willst, ja: Der Pass kostet 120 Euro, einzeln zahlst du je 30 Euro, also 150 Euro. Kaufen kannst du ihn nur im Ticketzentrum oder über die Hotline.
Wo findet das Festival statt?
Hauptspielstätte ist der Heimatsaal im Volkskundemuseum in der Paulustorgasse 13a. Dazu kommen 2026 unter anderem der Dom im Berg, die Murinsel, Die Brücke, der Kultursalon, Omas Teekanne und das Orienthaus Reyhani.
Gibt es etwas für Kinder?
Die Kinderkonzerte mit Lara Löwin am 24. Oktober sind schon vorbei. Für Familien eignen sich die Gratiskonzerte am Nachmittag und die Matinee am Sonntagvormittag; unter 27 gibt es auf reguläre Karten 20 Prozent Ermäßigung.
Muss ich mich für Gratisveranstaltungen anmelden?
Eine Pflicht gibt es nicht, das Festival empfiehlt aber, über die Programmseite einen Platz zu reservieren. Bei Workshops und Rundgängen ist das besonders sinnvoll.
Wie komme ich zum Dom im Berg?
Der Saal liegt im Inneren des Schloßbergs mitten in der Stadt. Deine Konzertkarte gilt auch als Fahrschein für die Öffis, das Auto kannst du also stehen lassen.
Was ist ein Musikgespräch?
Eine offene Diskussion im Foyer des Volkskundemuseums bei freiem Eintritt. Am 7. November geht es um kulturelle Aneignung, gemeinsam mit dem Fachbereich Musikvermittlung der Kunstuniversität Graz, am 8. November um die Frage, wem Volksmusik gehört.
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