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classic.Esterhazy 2027: Ein Jahr mit Haydn und Beethoven in Eisenstadt

Foto: classic.Esterhazy

Musik & Festival7 Min. Lesezeit

classic.Esterhazy 2027: Ein Jahr mit Haydn und Beethoven in Eisenstadt

Elf Monate Konzerte im Haydnsaal von Schloss Esterházy, von Lisa Batiashvili im Jänner bis Riccardo Muti zu Pfingsten

17. Jänner bis 16. Dezember 2027Haydnsaal und Empiresaal, Schloss Esterházy, Eisenstadt

Wenn am Sonntag, dem 17. Jänner 2027, um 18 Uhr im Haydnsaal das Licht gedimmt wird, schauen die Wände auf eine lange Geschichte herab: Hier stand Joseph Haydn vier Jahrzehnte lang im Dienst der Fürsten Esterházy, über den Köpfen spannt sich das Deckenfresko von Carpoforo Tencalla. Lisa Batiashvili spielt an diesem Abend das Violinkonzert von Sibelius, Robin Ticciati dirigiert das Chamber Orchestra of Europe in Beethovens Fünfter, davor erklingt „Verdigris“ der Finnin Lotta Wennäkoski, ein Stück über Grünspan und Patina. Das ist der Auftakt zu einer Saison, die sich durch das ganze Jahr zieht. classic.Esterhazy widmet 2027 zwei Jubilaren: Haydn wird 295, Beethoven starb vor 200 Jahren. 15 Konzerte führen von einem Bachabend mit Anastasia Kobekina über das Streichquartettfestival im März bis zur Pannonischen Weihnachtsgala im Dezember, und mittendrin steht ein Pfingstwochenende, wie es Eisenstadt selten erlebt hat.

Auf einen Blick

Datum
17. Jänner bis 16. Dezember 2027
Ort
Haydnsaal und Empiresaal, Schloss Esterházy, Eisenstadt
Genre
Klassik, Haydn, Beethoven, Kammermusik
Eintritt
32 Euro (quartetto plus, Kategorie V) bis 229 Euro (Wiener Philharmoniker, Kategorie I)
Kapazität
rund 600 Plätze im Haydnsaal
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Vom Großen Saal der Fürsten zur Ganzjahresbühne

Der Saal, der heute Haydns Namen trägt, entstand, als Paul I. Esterházy die alte Burg zwischen 1663 und 1672 nach Plänen von Carlo Martino Carlone zu einem Barockschloss umbauen ließ. Im 17. Jahrhundert hieß er schlicht „Großer Saal“, erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist er als Haydnsaal bekannt. Joseph Haydn stand von 1761 bis 1803 im Dienst der Fürsten, leitete als Kapellmeister mehr als 1000 Aufführungen und brachte viele Werke in diesem Raum erstmals zu Gehör. Nach Haydn bestellte Fürst Nikolaus II. bei Beethoven eine Messe für den Namenstag seiner Frau, uraufgeführt am 13. September 1807 in Eisenstadt. Im 20. Jahrhundert wurde das Schloss wieder zur Konzertadresse: Ádám Fischer gehörte 1987 zu den Gründern der Haydnfestspiele, die von 1989 bis 2016 im Schloss stattfanden. Seit 2017 gibt es im September das Nachfolgefestival Herbstgold, seit 2022 ist das Chamber Orchestra of Europe Orchester in Residenz. Unter dem Namen classic.Esterhazy bündeln die Esterhazy Stiftungen ihre Konzerte heute zu einer Ganzjahresreihe; Generalintendant Rico Gulda nennt das Erbe der beiden Komponisten „kein Rückblick, sondern Auftrag“.

Fun Facts

  • Wusstest du?Beethovens Messe op. 86 fiel 1807 beim Auftraggeber durch. Fürst Nikolaus II. hielt sie für misslungen, Beethoven widmete sie beim Druck deshalb Fürst Ferdinand Kinsky. Am 16. Mai 2027 kehrt sie unter John Eliot Gardiner nach Eisenstadt zurück.
  • Wusstest du?Beethoven war während der Arbeit nervös: Als der Fürst nach dem Fortschritt fragte, ließ er ihm sinngemäß ausrichten, er übergebe die Messe mit viel Furcht, weil man in Eisenstadt die unnachahmlichen Meisterstücke des großen Haydn gewohnt sei.
  • Wusstest du?Riccardo Muti hat seit seinem Debüt 1971 bei den Salzburger Festspielen, damals auf Einladung Herbert von Karajans, mehr als 500 Konzerte der Wiener Philharmoniker geleitet, darunter sieben Neujahrskonzerte.
  • Wusstest du?Haydns „Philemon und Baucis“, im Oktober 2027 halbszenisch zu sehen, ist eine Marionettenoper: Haydn schrieb sie in den 1770er Jahren für das Puppentheater, das Fürst Esterházy im Schlosspark von Eszterháza errichten ließ.
  • Wusstest du?Zum Muttertag dirigiert Ádám Fischer Haydns Sinfonien „Die Uhr“ und „mit dem Paukenwirbel“, genau 40 Jahre nachdem er die Haydnfestspiele in Eisenstadt mitbegründet hat.
  • Wusstest du?Haydns Grab in der Eisenstädter Bergkirche war lange unvollständig: Sein Kopf fehlte und wurde erst 1954 im Mausoleum mit dem übrigen Leichnam vereint.

Lineup

Alle 15 Konzerttermine 2027 stehen mit Besetzung und Preisen fest; offen sind nur noch das Programm der Matinee mit dem Galile Quartet am 13. März und die Details zur Pannonischen Weihnachtsgala am 16. Dezember.

Highlights

Wiener PhilharmonikerDo 13.05.
Riccardo MutiDo 13.05.
András SchiffSa 15.05.
John Eliot GardinerSo 16.05.
Isabelle FaustMo 17.05.

Weiteres Programm

Jean-Guihen QueyrasÁdám FischerGautier CapuçonKirill GersteinAnastasia KobekinaLisa BatiashviliSchumann Quartett

15 Konzerte, ein Jahresbogen

Die Saison 2027 ist kein kompaktes Festival, sondern ein Kalender mit Fixpunkten über das ganze Jahr. Im Februar spielt Anastasia Kobekina drei der sechs Bachsuiten und bettet sie zwischen Hildegard von Bingen, Jonny Greenwood und Pēteris Vasks. Von 11. bis 13. März öffnet das Schloss zum fünften Mal für quartetto plus, eines der wenigen internationalen Festivals für Streichquartett: das Schumann Quartett mit Dvořák und einer Kontrabassistin, Gautier Capuçon mit seinen sieben Capucelli, das Galile Quartet am Samstagvormittag im Empiresaal und das Quatuor van Kuijk mit der philharmonischen Soloharfenistin Anneleen Lenaerts. Im April verbindet Kirill Gerstein unter Andrés Orozco-Estrada Schumanns Klavierkonzert mit Beethovens Erster und Achter. Das Herzstück liegt von 13. bis 17. Mai: Die Wiener Philharmoniker unter Muti spielen Haydn, Strauss und Beethovens Vierte, András Schiff gibt einen Klavierabend, Gardiner dirigiert Beethovens Messe, und die Matinee am Pfingstmontag vereint Isabelle Faust, Jean-Guihen Queyras und Schiff im Tripelkonzert und in der Chorfantasie. Im Herbst folgen Haydns Marionettenoper und ein Abend mit Musik von Johann Nepomuk Hummel, Haydns Nachfolger als Kapellmeister.

  • 117. Jänner: Lisa Batiashvili spielt Sibelius, Robin Ticciati dirigiert das Chamber Orchestra of Europe in Beethovens Fünfter.
  • 220. Februar: Anastasia Kobekina mit drei Bachsuiten und Musik von Hildegard von Bingen bis Bryce Dessner, bei freier Platzwahl.
  • 311. bis 13. März: quartetto plus mit Schumann Quartett, Capucelli, Galile Quartet und Quatuor van Kuijk mit Harfe.
  • 49. Mai, 11 Uhr: Ádám Fischer, das Danish Chamber Orchestra und der Arnold Schoenberg Chor mit Haydns Kantate „Der Sturm“.
  • 513. Mai: Wiener Philharmoniker unter Riccardo Muti mit Haydns Sinfonie Nr. 88 und Beethovens Vierter.
  • 616. Mai: Beethovens Messe op. 86 mit The Constellation Choir and Orchestra unter John Eliot Gardiner, 220 Jahre nach der Uraufführung in Eisenstadt.
  • 715. Oktober: Haydns „Philemon und Baucis“ halbszenisch mit dem Orchestra of the 18th Century.
  • 826. November: Hummels Kantate „Diana ed Endimione“ und sein Trompetenkonzert auf der historischen Klappentrompete.

Praktische Informationen

Tickets

Karten gibt es online über den Webshop von pan.event, im Ticketbüro am Esterházyplatz 4 gegenüber dem Schloss oder telefonisch unter +43 2682 65 0 65. Orchesterkonzerte kosten 49 bis 96 Euro in fünf Kategorien, quartetto plus 32 bis 67 Euro, Kobekina, Galile Quartet und der Hummelabend 38 Euro bei freier Platzwahl. Für die Wiener Philharmoniker zahlst du 130 bis 229 Euro, für das Beethoven Finale 130 bis 199 Euro.

Anreise

Eisenstadt liegt rund 60 Kilometer von Wien entfernt. Mit dem Zug geht es nur im Regionalverkehr, aus Wien Meidling mit Umstieg in Wulkaprodersdorf. Schneller sind die Regionalbusse ab Wien Südtiroler Platz, die tagsüber etwa alle 30 Minuten fahren. Mit dem Auto über A2 und A3 bis Müllendorf, dann auf der B51; in der Innenstadt gelten Kurzparkzonen.

Spielstätten

Fast alle Konzerte finden im Haydnsaal statt, dem barocken Festsaal mit rund 600 Plätzen. Die Matinee des Galile Quartet am 13. März läuft im kleineren Empiresaal. Das Schloss liegt mitten in der Altstadt, die großteils Fußgängerzone ist.

Uhrzeiten

Abendkonzerte beginnen meist um 19.30 Uhr, das Konzert zum Jahresbeginn am 17. Jänner schon um 18 Uhr. Matineen um 11 Uhr gibt es am 13. März (Galile Quartet), am 9. Mai (Muttertag) und am 17. Mai (Beethoven Finale).

Gut zu wissen

Beim Pfingstblock steht auf der Programmseite bereits der Vermerk ausverkauft (Stand Ende Oktober 2026). Wer für Muti, Schiff oder Gardiner noch Karten sucht, fragt im Ticketbüro nach Restkarten oder Rückgaben.

Haydn vor Ort

Im Schloss selbst gibt es eine Dauerausstellung über Haydns Leben und Musik. Die Bergkirche mit dem Haydnmausoleum, im Volksmund Haydnkirche genannt, ist ein kurzer Spaziergang entfernt und passt gut vor ein Abendkonzert.

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Häufige Fragen

Wann findet classic.Esterhazy 2027 statt?

Die Saison läuft vom 17. Jänner bis zum 16. Dezember 2027 mit 15 Konzerten. Die dichteste Phase ist quartetto plus von 11. bis 13. März und das Pfingstwochenende von 13. bis 17. Mai.

Was kosten die Karten?

Die günstigsten Karten gibt es um 32 Euro (quartetto plus, Kategorie V) und um 38 Euro bei freier Platzwahl. Orchesterkonzerte liegen zwischen 49 und 96 Euro, die Wiener Philharmoniker unter Muti zwischen 130 und 229 Euro.

Bekomme ich noch Karten für die Pfingstkonzerte?

Auf der Programmseite ist der Pfingstblock bereits als ausverkauft markiert. Frag am besten direkt im Ticketbüro pan.event nach, ob einzelne Konzerte oder Rückgaben verfügbar sind.

Wo kaufe ich Tickets?

Online über den Webshop von pan.event, persönlich im Ticketbüro am Esterházyplatz 4 gegenüber dem Schloss oder telefonisch unter +43 2682 65 0 65. Anfragen per Mail gehen an tickets@panevent.at.

Wie komme ich ohne Auto nach Eisenstadt?

Am bequemsten mit dem Regionalbus ab Wien Südtiroler Platz, der tagsüber etwa halbstündlich fährt. Mit dem Zug fährst du aus Wien Meidling und steigst in Wulkaprodersdorf um.

Ist das Programm auch für Einsteiger geeignet?

Ja, vor allem die Matinee zum Muttertag mit Haydns Sinfonien „Die Uhr“ und „mit dem Paukenwirbel“ oder der Celloabend der Capucelli mit Rossini, Piazzolla und Ravels Boléro.

Was ist quartetto plus?

Ein Streichquartettfestival im Schloss, das 2027 zum fünften Mal stattfindet. An drei Tagen spielen vier Ensembles, jeweils mit einem Gast oder einer besonderen Besetzung, etwa Kontrabass, Harfe oder sieben Celli.

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