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Akkordeonfestival Wien 2027: Drei Wochen Quetschn in der ganzen Stadt

Foto: Internationales Akkordeonfestival / Nico Kaiser (Lívia Mattos Trio in der Sargfabrik, 2026)

Musik & Festival6 Min. Lesezeit

Akkordeonfestival Wien 2027: Drei Wochen Quetschn in der ganzen Stadt

Von 20. Februar bis 14. März 2027 spielt das Akkordeon in Kirchen, Kinos, Clubs und im Schutzhaus auf der Schmelz die Hauptrolle

20. Februar bis 14. März 2027Spielstätten in ganz Wien, zuletzt u. a. Stadtsaal, Porgy & Bess, Sargfabrik, Hofburgkapelle, Filmcasino und Schutzhaus Zukunft

Freitag, 13. März 2026, Schutzhaus Zukunft auf der Schmelz: Hans Peter Falkner an der Ziehharmonika, Markus Binder am Schlagzeug, beide mit Elektronik. Attwenger spielen wieder einmal beim Akkordeonfestival, und das Programmheft hat dazu nur einen Rat: ärmellose Hemden und Soda Zitron, es wird heiß. Ein paar Tage vorher saß das Publikum noch andächtig in der Hofburgkapelle oder im Filmcasino, wo Charlie Chaplins „Der Zirkus“ mit live gespielter Musik lief. Diese Spannweite ist das Prinzip des Internationalen Akkordeonfestivals Wien. Seit dem Jahr 2000 holt es jeden Spätwinter ein oft unterschätztes Instrument auf die Bühnen der ganzen Stadt. Von 20. Februar bis 14. März 2027 geht es in die 28. Runde.

Auf einen Blick

Datum
20. Februar bis 14. März 2027
Ort
Spielstätten in ganz Wien, zuletzt u. a. Stadtsaal, Porgy & Bess, Sargfabrik, Hofburgkapelle, Filmcasino und Schutzhaus Zukunft
Genre
Akkordeon quer durch alle Stile: Tango, Musette, Volksmusik, Balkan, Jazz, Neue Musik
Eintritt
Vorverkauf ab 1. Dezember 2026; 2026 kostete eine Karte meist 30 Euro, an der Abendkassa 33 Euro, unter 27 Jahren 15 Euro
Festival seit
2000
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Wie aus einer belächelten Idee ein Fixpunkt wurde

Als der Wiener Kulturveranstalter Friedl Preisl 1999 dem Akkordeonisten Otto Lechner von seiner Idee erzählte, war die Antwort laut Falter wenig ermutigend: „Oida, bist deppat, der Zug is ogfoan.“ Preisl machte trotzdem weiter, Lechner wurde Mitstreiter, und im Jahr 2000 gab es das erste Festival mit zwölf Veranstaltungen, verteilt auf teils winzige Spielstätten. Im dritten Jahr wagte Preisl einen ganzen Monat mit täglichem Programm, künstlerisch ein Erfolg, finanziell ein Loch, das er laut eigener Aussage mit einem Teil seiner Abfertigung stopfte. Sein Leitsatz blieb: „Der Star ist das Akkordeon.“ Nach 24 Ausgaben verabschiedete er sich 2023 mit den Worten „Es ist Zeit für einen Abschied“. Seit 2024 leiten die Akkordeonistin Franziska Hatz, zuvor lange Mitkuratorin, und Lisa Reimitz das Festival. Das Festival ist kürzer geworden als in Preisls Monatsausgaben, aber nicht dünner: 2026 standen unter dem Motto „Behind the Scenes!“ rund zwei Dutzend Termine in Wien im Programm, dazu 14 Zusatzkonzerte von Graz bis Salzburg. Das Festival eröffnet jedes Jahr den Festivalreigen der Stadt Wien.

Fun Facts

  • Wusstest du?Krzysztof Dobrek ist seit dem ersten Festival im Jahr 2000 bei jeder einzelnen Ausgabe auf der Bühne gestanden. 2026 gestaltete er die Abschlussgala im Stadtsaal.
  • Wusstest du?Otto Lechner, der die Idee 1999 noch für verrückt hielt, gilt dem Festival heute als Inspiration für seine Gründung und spielt immer wieder selbst, 2026 etwa mit Arnaud Méthivier in der Hofburgkapelle.
  • Wusstest du?Der Fotograf, der seit 2019 jede Veranstaltung des Festivals fotografiert, eröffnete 2026 selbst: Nico Kaiser spielte Bandoneon im Tangoorchester ViTa MusicA.
  • Wusstest du?Im März 2020 brach Preisl das Festival nach dem ersten Coronatoten in Österreich ab, vier Tage vor dem Lockdown. 2021 gab es nur Konzerte im Stream aus dem Porgy & Bess.
  • Wusstest du?Attwenger gehören laut Programmheft zum Festival „wie die Luft zum Atmen“. Eine Besucherin dichtete 2024: Nur eines sei gewiss im Leben, das Schutzhaus Zukunft werde bald beben.
  • Wusstest du?Das Ajde Orchestra trägt den Balkanruf „Ajde“ im Namen, gesprochen wie „Aide“, was so viel heißt wie „Los geht's!“ oder „Komm schon!“.

Was für 2027 feststeht und was das Festival ausmacht

Fix sind bisher der Termin von Samstag, 20. Februar, bis Sonntag, 14. März 2027, und der Vorverkaufsstart am 1. Dezember 2026. Das Programm verraten Franziska Hatz und Lisa Reimitz noch nicht. Wie eine Ausgabe unter ihrer Leitung aussieht, zeigt 2026: eine Eröffnungsgala mit Tangoorchester und Milonga in der Evangelischen Kirche in der Lindengasse, zwei Stummfilmmatineen im Filmcasino mit Chaplinkomödien und Livemusik, Konzerte in der Hofburgkapelle, in der Sargfabrik, im RadioKulturhaus und im Porgy & Bess, ein Nachwuchskonzert der Wiener Musikschulen im Ehrbar Saal, eine Jamsession bei Frau Mayer gegen freiwillige Spende und Workshops im Österreichischen Volksliedwerk. Musikalisch reicht das von steirischer Harmonika und Nordic Dance über Lieder vom Balkan und aus dem Mittelmeerraum mit dem Ajde Orchestra bis zum Lívia Mattos Trio aus Salvador da Bahia mit Akkordeon, Tuba und Schlagzeug.

  • 128. Ausgabe von Samstag, 20. Februar, bis Sonntag, 14. März 2027, über gut drei Wochen.
  • 2Vorverkauf ab 1. Dezember 2026 auf akkordeonfestival.at.
  • 3Festivalpass für fast alle Konzerte, 2026 um 120 Euro und nur in begrenzter Stückzahl.
  • 4Karten für alle unter 27 zuletzt um 15 Euro aus einem eigenen Kontingent.
  • 5Stummfilmmatineen im Filmcasino mit live gespielter Musik gehörten zuletzt fix zum Programm.
  • 6Workshops zum Mitmachen, 2026 etwa Gstanzlsingen mit Hans Peter Falkner und Akkordeontechnik mit Helena Sousa Estévez.
  • 7Zusatzkonzerte außerhalb Wiens, 2026 waren es 14 Termine von Graz über Bad Radkersburg bis Salzburg.

Praktische Informationen

Tickets

Der Vorverkauf für 2027 beginnt am 1. Dezember 2026 auf akkordeonfestival.at, bei ausgewählten Spielstätten und im Österreichischen Volksliedwerk in der Operngasse 6. Zur Orientierung 2026: Einzelkarte 30 Euro, Stummfilm 25 Euro, Stadtsaal 28 oder 31 Euro, Abendkassa 33 Euro, Festivalpass 120 Euro, unter 27 Jahren 15 Euro.

Ermäßigungen

2026 gab es für Mitglieder des Ö1 Clubs zehn Prozent auf bis zu zwei Karten. Mit dem Kulturpass von Hunger auf Kunst und Kultur sind Karten aus einem Kontingent erhältlich, Anmeldung per Mail an tickets@festivalbuero.at.

Anreise

Die Spielorte liegen in der ganzen Stadt und sind gut mit den Öffis erreichbar. Der Stadtsaal liegt an der Mariahilfer Straße 81 zwischen den U3 Stationen Neubaugasse und Zieglergasse, das Porgy & Bess in der Riemergasse 11 wenige Minuten von der U3 Station Stubentor. Die genaue Adresse jedes Konzerts steht im Programm.

Platzwahl

Bei den meisten Konzerten gilt freie Platzwahl. Ausnahmen waren 2026 Porgy & Bess, Stadtsaal, Theater Akzent und Hofburgkapelle, dort sind die Plätze nummeriert.

Abendkassa

Die Abendkassa öffnet jeweils eine Stunde vor Beginn. 2026 begannen die meisten Abendkonzerte um 19.30 Uhr, im Porgy & Bess um 20.30 Uhr.

Gut zu wissen

Der Festivalpass galt 2026 nicht für Workshops, Zusatzkonzerte außerhalb Wiens und einen einzelnen Abend im Radiokulturhaus. Workshops kosteten 45 Euro und brauchten eine Anmeldung.

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Häufige Fragen

Wann findet das Akkordeonfestival 2027 statt?

Von Samstag, 20. Februar, bis Sonntag, 14. März 2027 an verschiedenen Spielstätten in Wien. Es ist die 28. Ausgabe.

Ab wann gibt es Karten?

Der Vorverkauf startet am 1. Dezember 2026. Karten gibt es dann auf akkordeonfestival.at, bei ausgewählten Spielstätten und im Österreichischen Volksliedwerk.

Wer spielt 2027?

Das Programm ist noch nicht veröffentlicht. Erfahrungsgemäß kommen österreichische Größen wie Otto Lechner oder Krzysztof Dobrek ebenso wie internationale Gäste; fix ist davon für 2027 aber noch nichts.

Was kostet eine Karte?

Die Preise für 2027 stehen noch nicht fest. 2026 kostete eine Karte im Vorverkauf meist 30 Euro, an der Abendkassa 33 Euro. Unter 27 zahlst du 15 Euro, solange das Kontingent reicht.

Lohnt sich der Festivalpass?

Wer mehr als vier Konzerte besuchen will, fährt damit günstiger: 2026 kostete er 120 Euro bei einem Einzelpreis von 30 Euro. Der Pass ist limitiert und wird nur über die Festivalseite verkauft.

Ist das Festival etwas für Kinder?

Die Stummfilmmatineen am Sonntag im Filmcasino mit Chaplinfilmen und Livemusik eignen sich gut für Familien. 2026 gab es außerdem ein Nachwuchskonzert mit jungen Talenten der Wiener Musikschulen.

Muss ich Akkordeon mögen, um hinzugehen?

Nein. Das Akkordeon ist hier eher ein roter Faden als ein Genre: An einem Abend klingt es nach Tango, am nächsten nach Funk mit Attwenger, am dritten nach freier Improvisation in der Hofburgkapelle.

Gibt es einen Dresscode?

Nein. In der Hofburgkapelle geht es ruhiger zu, im Schutzhaus Zukunft wird getanzt; zieh dich an, wie es zum Abend passt.

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