Bild: Karl Heinz FesslMaria Saal, Kärnten
Auf einer felsigen Anhöhe am Rande des Zollfeldes, des historischen Herzstücks Kärntens, und zu Fuße des „Mons Carantanus”, des Kärntner Berges (heute: Ulrichsberg) gelegen, grüßt schon von weitem das Kirchlein von Karnburg die Besucher. Dieses auf den ersten Blick unscheinbar wirkende Bauwerk erwuchs aus einer ursprünglich karolingischen Pfalzkapelle und ist mit Sicherheit eine der ältesten noch in Verwendung stehenden Kirchen in Österreich. Die vorhandenen Fresken zählen zu den ältesten in Kärnten. Die außergewöhnliche historische Rolle dieses Ortes unterstreicht die Tatsache, dass der Name des Landes Karantanien, Kärnten, von Karnburg, dem politischen Zentrum des Frühmittelalters,herzuleiten ist. Karnburg wurde vermutlich um das Jahr 600 n. Chr. zum Zentrum des karantanischen Fürstentums. Als die slawischen Karantaner die Bayern gegen die eindringenden Awaren zu Hilfe riefen (um 743) begann die bayrische Oberherrschaft. Karantanien kam 788 unter die Oberhoheit des Frankenreiches. Im Jahr 896 wird Arnulf Kaiser und vereinigt zum letzten Mal das Frankenreich. Die letzte Erwähnung Karnburgs als königlicher Sitz (sedes regalis) erfolgt 983. Von der ehemaligen Kaiserpfalz sind außer der Kapelle nur mehr spärliche Reste vorhanden.
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