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Doppelhaus mit Gortana-Passage und ehemaliges Gasthaus "zum grünen Baum"

Doppelhaus mit Gortana-Passage und ehemaliges Gasthaus "zum grünen Baum"

Wels, Oberösterreich

Im Jahr 1862 erwarb Josef Gortana das Haus, das dreißig Jahre später in den Besitz seines Sohnes Adolf überging. Dieser prägte die Entwicklung des Geschäfts weiter, indem er das benachbarte Haus kaufte und den Hintertrakt Freiung 9 eng mit dem Nachbartrakt Nr. 11 verband. Die Nachfolger Carl Wagner und Josef Lehner beauftragten im Jahr 1931 den Welser Architekten Leo Keller mit dem Entwurf eines expressionistischen Geschäftsportals aus genieteten Aluminiumplatten. Nach der Schließung der Eisenhandlung im Jahr 1966 stand das Gebäude für eine längere Zeit ohne klare Bestimmung. Nach anspruchsvollen Planungsphasen und Verhandlungen wurde die postmoderne Lösung eines Geschäfts- und Bürohauses mit einer großzügig gestalteten Einkaufspassage und einem zentralen Ein- und Durchgang gefunden. Im Hinterhaus Freiung 11 wurde die erste Gasthausbrauerei von Wels seit langem eingerichtet. Die historische Bausubstanz der im Stil der Innenstadt-Häuser errichteten Gebäude aus dem späten 15. bzw. dem 16. Jahrhundert hat diese Entwicklung nicht unbeschadet überstanden. Die Erdgeschossbereiche präsentieren sich modern gestaltet. Über beiden Häusern erheben sich jeweils vierachsige Fassaden, gekrönt von einem Walmdach.Bei Gebäude Nr. 43 trennt ein leicht hervorstehender Mittelrisalit die paarweise angeordneten Fenster. Die Fenster im zweiten und dritten Stock weisen geschwungene Überdachungen auf, während in den Sturzfeldern Stuckarbeiten in Form von Rocaillen und figürlichen Darstellungen ausgeführt sind. Im dritten Obergeschoss sind flache Überdachungen mit Bandwerk in den Sturzfeldern zu erkennen. Drei markante Gesimse gliedern die Geschosse horizontal, ebenso wie die paarweise waagerechten Nutlinien. Die Fassade von Gebäude Nr. 44 zeichnet sich durch eine hohe Vorschussmauer mit teilweise ausgebautem Dachstuhl aus, wobei die Fenster rechteckig und mit Jalousien versehen sind. Die Fenster der oberen Stockwerke haben flache Überdachungen, und über dem zweiten und dritten Stock verläuft ein profiliertes Gesims nicht kontinuierlich. Im Inneren sind besonders erwähnenswert: der überdachte Arkadenhof im Vorderhaus rechts, die Rückwände der Hauptgebäude, insbesondere bei Nr. 44 mit den neu hinzugefügten Sgraffiti als Eckbänder, Fensterumrahmungen im zweiten und dritten Stock sowie ein gemustertes Kordonband zwischen dem zweiten und dritten Stock. Abschließend ist auch die zweigeschossige Fassade in neoklassizistischem Stil aus der Zeit um 1900 in der Freiung zu beachten.

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